Das Anschriftfeld nach DIN 5008
Am Anschriftfeld entscheidet sich, ob ein Brief ankommt. Eine Anschrift, die im Sichtfenster nur halb erscheint, geht zurück. Die Norm legt dafür ein Feld von 85 × 45 mm fest — mit einer unsichtbaren Trennlinie, die zwei Bereiche trennt.
Aufbau: elf Zeilen, zwei Bereiche
Das Anschriftfeld ist 45 mm hoch und 85 mm breit und bietet insgesamt elf Zeilen. Getrennt wird es durch eine gedachte Linie, die je nach Form unterschiedlich hoch liegt:
- Form A: 44,7 mm unterhalb der oberen Blattkante
- Form B: 62,7 mm unterhalb der oberen Blattkante
Oberhalb dieser Linie stehen auf etwa 17,7 mm die Rücksendeangabe — üblicherweise die Absenderadresse einzeilig in kleiner Schrift — sowie postalische Zusätze und Vermerke wie „Einschreiben", „Nicht nachsenden" oder „Persönlich".
Unterhalb liegt die eigentliche Anschriftenzone: sechs Zeilen auf rund 27,3 mm.
Sechs Zeilen sind knapp
Wer Firma, Rechtsform, Ansprechperson, Abteilung, Straße sowie Postleitzahl und Ort unterbringen will, muss zusammenfassen. Zwei Regeln helfen:
- Keine Leerzeile innerhalb der Anschrift. Sie ist nicht vorgesehen und kostet nur Platz.
- Ansprechperson in die zweite Zeile, nicht in eine eigene Zeile mit „z. Hd." — die Abkürzung ist veraltet und kostet zusätzlich Platz.
Schriftgröße: Im Anschriftfeld sind 8 Punkt die absolute Untergrenze. Im Fließtext sollte die Schrift nicht kleiner als 10 Punkt sein, üblich sind 11 oder 12 Punkt.
Auslandsanschriften
Die Fassung von 2020 hat die Regeln hier vereinfacht. Heute gilt:
- Das Bestimmungsland steht in Großbuchstaben und auf Deutsch in der letzten Zeile, also unter Postleitzahl und Ort.
- Der frühere Ländercode vor der Postleitzahl („D-79098") ist überholt.
- Die Postleitzahl des Bestimmungslandes steht ohne Präfix direkt vor dem Ort.
Beispiel:
Global Solutions Ltd. Attn: Ms. Jane Doe 88 Silicon Avenue SW1A 1AA LONDON GROSSBRITANNIEN
Warum das Feld schmaler ist als das Fenster
Das Sichtfenster eines DIN-Lang-Umschlags nach DIN 680 ist 90 × 45 mm groß und sitzt 20 mm vom linken Rand entfernt. Das Anschriftfeld ist mit 85 mm bewusst schmaler als das Fenster.
Der Grund ist Toleranz: Beim maschinellen Kuvertieren wird der gefalzte Bogen nie auf den Millimeter genau eingelegt. Die 5 mm Differenz sind der Puffer, damit die Anschrift auch bei kleiner Verschiebung vollständig sichtbar bleibt. Wer das Anschriftfeld breiter macht, verliert diesen Puffer.
Position im Blatt
Das Anschriftfeld liegt unmittelbar unterhalb des Briefkopfs, also bei Form B ab 45 mm von der oberen Blattkante, bei Form A ab 27 mm. Es beginnt am linken Textrand.
Der linke Rand von 25 mm ist der wichtigste Wert des Briefbogens: Er sorgt dafür, dass die Heftlöcher keinen Text anschneiden. Das Anschriftfeld als Teil des Textbereichs beginnt ebenfalls dort.
Häufige Fragen
Wie groß ist das Anschriftfeld nach DIN 5008?
Das Anschriftfeld ist 45 mm hoch und 85 mm breit. Es bietet insgesamt elf Zeilen, geteilt in einen Bereich für Rücksendeangaben und Vermerke und einen Bereich für die Empfängeranschrift mit sechs Zeilen.
Wo steht die Rücksendeangabe?
Die Rücksendeangabe steht im oberen Teil des Anschriftfelds, oberhalb der gedachten Trennlinie. Bei Form B liegt diese Linie 62,7 mm unter der oberen Blattkante, bei Form A bei 44,7 mm.
Wie schreibe ich eine Auslandsanschrift nach DIN 5008?
Das Bestimmungsland steht in Großbuchstaben und auf Deutsch in der letzten Zeile, unter Postleitzahl und Ort. Ein Ländercode vor der Postleitzahl wie „D-79098" entspricht nicht mehr der aktuellen Fassung.
Warum ist das Anschriftfeld schmaler als das Umschlagfenster?
Das DIN-Lang-Sichtfenster ist 90 mm breit, das Anschriftfeld nur 85 mm. Die 5 mm Unterschied sind Toleranz, damit die Anschrift auch bei leicht verschobenem Einlegen vollständig sichtbar bleibt.
Wie klein darf die Schrift im Anschriftfeld sein?
Im Anschriftfeld sind 8 Punkt die absolute Untergrenze. Im Fließtext sollte die Schrift mindestens 10 Punkt groß sein, üblich sind 11 bis 12 Punkt.
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